H A U S A R R E S T

2020

Die Morgensonne, die durch die Jalousien ins Zimmer dringt, glitzernde Regenstropfen, das Lichtspiel auf den Badezimmerkacheln: Das fotografisches Essay „H A U S A R R E S T“ setzt sich aus 45 Farbfotografien zusammen, die im Zeitraum des 50-tägigen Lockdowns in Deutschland entstanden (18. März bis 6. Mai 2020). Nachdem am 18. März 2020 die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen für unbestimmte Zeit von der Bundesregierung beschlossen wurden, um die Ausbreitung des SARS-CoV-2 Virus zu verlangsamen, der seit Beginn des Jahres die Gesellschaft und Wirtschaft unvorhersehbar durcheinanderwirbelte, wurde die Kamera der tägliche Begleiter in der freiwilligen sozialen Isolation. Es begann eine Art fotografisches Selbstgespräch, in dem das eigene Tun und die eigene Wahrnehmung in einem kontinuierlichem Prozess in Frage gestellt wurde. Es galt die unendliche Wiederkehr des Immergleichen, den permanenten Wandel des vermeintlich Bekannten, die Faszination der Null-Ereignisse des Alltags und die unterschiedlichen Emotionen zu formalisieren und zu visualisieren. Die Fotografie sollte die Sprachlosigkeit der Situation, die narrative Leere, überwinden. 

Die Kamera diente hierbei als Verlängerung des Auges, als Instrument der mentalen Auseinandersetzung und emotionalen Verarbeitung, als Instrument der Wahrnehmung und gleichermaßen um das Sehen von Innen nach Außen zu tragen. Die Bilder fungieren als Gedächtnis und Reflektor persönlicher, sozialer und visueller Erfahrungen dieser außergewöhnlichen Zeit. Gleichzeitig stellen sie Fragmente aus dem Leben eines Einzelnen dar, gelten aber für einen jeden.

Leinengebundenes Hardcover
15 x 21 cm
96 Seiten

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Fotografisches Essay von Julia Lormis
Layout: Elena Schönsee (frei im format | KREATIVBÜRO)
Transkription: Miriam Anna Schwan
Druck: Klartext GmbH
Sprache: Deutsch/Englisch

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